Donnerstag, 19. April 2012

nicht so wie immer.

Es ist Donnerstagnachmittag und ich bin zu Hause.
Das ist nicht normal. Normalerweise arbeite ich um diese Zeit.
Heute aber nicht. Denn heute bin ich krank. Um es so elegant wie möglich zu umschreiben, ich habe einen kleinen Virus der mir meine Kräfte raubt und wegen dem ich nichts essen kann (oder mich noch nicht wieder traue).
Was tue ich also mit diesem Tag, außer mich darauf zu konzentrieren mich nicht allzu schlecht zu fühlen? ;)
Ich dachte ich könnte ja mal was sinnvolles machen. :)

Also heute ist nichts so wie immer. Aber sonst habe ich schon wieder einen ziemlich geregelten Ablauf der Dinge. Zur Zeit arbeite ich sehr viel, es gibt Tage an denen ich morgens um halb acht das Haus verlasse und abends um neun zurückkomme. Außerdem gibt es in meinem Projekt strukturelle Veränderungen, oder einfach Veränderungen insgesamt, so dass es ein bisschen ein Chaos ist und wir so viele Besprechungen haben wie noch nie vorher in der Zeit, in der ich da bin. Das liegt natürlich auch daran, dass ich seit diesem Kalenderjahr Mitglied der Komission der Casa San Pablo bin. Das haben wir zwei Freiwilligen im Projekt zusammen beantragt, und nach anscheinend kontroversen Diskussionen über diese Frage haben sie uns (mit Stimme aber ohne Wahlrecht) aufgenommen. Für mich ist das gut so, ich wollte nur mitbekommen, was abgeht, denn ich bin eine der Personen, die die meiste Zeit im Projekt verbringt. Diese Komission ist zwar sehr schwierig, und man kann sie auf keinen Fall mit den Systemen vergleichen, die ich aus Deutschland kenne. Aber immerhin fühle ich mich jetzt mehr als ein Teil des Gesamtteams und erhalte einfach gewisse Infos, die sonst immer an mir vorbeigegangen sind.

Mein Hauptziel im Moment ist, mit meinem neuen Team zusammen (Katha und eine andere Mitarbeiterin des Projekts) unsere geplante Aktivität zu etablieren, Kinder einzuladen und das erste Treffen durchzuführen. Es geht leider etwas zäh, und ich habe zur Zeit immer den Gedanken im Kopf dass nicht viel Zeit bleibt und dass ich schon gehen werde wenn sich endlich was tut... aber ich weiß, dass ich noch etwas Geduld haben muss. Wir machen Werbung im Projekt und in den Schulen in der Umgebung und außerdem gibt es auch schon Pläne zur Zusammenarbeit mit anderen Aktivitäten des Projekts. Das wird schon! ;)
In manos con colores ist die Arbeit gerade auch recht anstrengend. Wir haben viele neue Kinder, die Platzkapazitäten sind endgültig ausgeschöpft, und die Gruppenbildung ist in vollem Gang - wo viel neues zusammentrifft gibt es viel Aufruhr. Klar.
Meine Arbeit füllt wieder mein ganzes Leben aus, und wie sehr es mir auch Spaß macht, meine beiden freien Tage in der Woche (Sonntag und Mittwoch) sind jedes Mal dringend notwendig. Naja, und diese Woche habe ich ja noch einen freien Tag dazugewonnen - obwohl ich darauf auch gern verzichtet hätte...

Das war's mal kurz von mir. Wir hören uns!

Freitag, 6. April 2012

Ostern

Guten Tag Welt!

Heute ist Karfreitag. Ich habe frei. Und es ist mein erster freier Tag seit langem, an dem ich absolut keinerlei Pläne oder Aufgaben habe. Heute habe ich mir keinen Wecker gestellt, ich habe den halben Tag geschlafen und sitze jetzt, am frühen Nachmittag, auch noch mit Schlafanzug im Bett. So einen Tag wollte ich schon länger mal wieder haben :)

Gestern war hier Feiertag. Wieso genau weiß ich nicht, aber die arbeitende Bevölkerung hatte auf jeden Fall frei. Naja, also ich nicht. Da ich in einer Kirche arbeite und wir ein kirchliches Programm immer samstags haben, kann man in der Osterwoche natürlich nicht einfach frei machen. Deshalb hatten wir gestern nachmittag eine Osteraktivität. Wir haben die Kinder eingeladen, zu einem besonderen Termin zu kommen, um mit ihnen Ostereier anzumalen. Wir als Team haben uns eine Stunde früher getroffen, um die Eier auszublasen, die die Kinder später mit Filzstiften anmalen sollten. Die Eier hat uns der comedor (die Küche mit Essensausgabe) zur Verfügung gestellt, und wir wurden schon gewarnt dass einige der Eier vielleicht schlecht seien, denn sie waren vom letzten Monat und standen schon einige Zeit ungekühlt im Lagerraum. Wir begannen also zuerst damit, den Test zu machen: Die Eier in einen Topf mit Wasser zu legen und zu sortieren. Die, die oben schwimmen, sind schlecht, und die, die nach unten sinken, sind gut. Das dachten wir zumindest, bis dann alle oben schwammen... zuerst dachten wir noch, vielleicht ist es andersrum und die guten schwimmen oben, bis wir eines aufgemacht haben und erkennen mussten, dass alle Eier verdorben sind...

Wer von euch hat schonmal Eier ausgepustet? Das ist vielleicht nicht die tollste Aufgabe der Welt, aber doch gut machbar. Bis man dann versucht, stinkende verdorbene Eier auszupusten... :( Wääh war das eklig. Ich wollte nur dass es schnell vorbei geht. Zum Glück waren wir alle in recht lustiger Stimmung und haben blöde Witze darüber gemacht, aber am Ende blieb es einfach nur ekelhaft.
Tja. Soweit zu den Vorbereitungen. Es kamen dann aber erstaunlich viele Kinder, wir haben zuerst draußen gespielt, und danach sind wir nach drinnen um eine Santa Cena (Abendmahl) zu machen. Dafür hatten wir Tücher auf den Boden gelegt, auf die die Kinder sich setzen konnten, und dann verteilten wir Brot, Saft und Obst. Es war sehr schön anzuschauen, wie die Kinder nach der ersten Aufregung ruhig aßen, die Teller weitergaben und einfach teilten. Das war wieder einer der Momente, in denen ich verzückt dasitze und mich einfach nur freue. Und sehe, wieso ich hier bin und diese Arbeit mache.

Danach haben wir dann mit der Eieranmalaktion begonnen. Ich habe den Geruch leider immer noch nicht aus der Nase (und gestern haben auch meine Hände den ganzen Tag noch gestunken) deshalb habe ich mich ein bisschen zurückgehalten. Einige Eier sind auch kaputtgegangen, aber am Ende hat jeder mindestens eines bemalt. Danach haben wir noch eine Abschlussrunde draußen gemacht und zum Gottesdienst am Samstag eingeladen.

Gestern abend bin ich dann bei Katha geblieben und wir haben Choripan gemacht >> klick mich <<
Es war gemütlich dort, aber irgendwann bin ich dann doch nach Hause gegangen. Ich hab nämlich sturmfrei! Konrad ist seit Montag auf Reisen und Carina ist übers lange Wochenende (das ich nicht habe weil ich arbeite) weggefahren. Und so habe ich von gestern auf heute die erste Nacht ganz alleine in meiner Wohnung verbracht. :) Als ich ankam wars schon irgendwie komisch, obwohl ich schon öfter nach Hause kam und niemand da war... aber da wusste ich immer dass sie bald noch kommen. Gestern hab ich dann erstmal die Tür hinter mir abgesperrt und alle Lichter angemacht, und dann ging's mir gut ;) Danach fand ich's sogar ziemlich cool, ich konnte die ganze Zeit machen was ich wollte ohne Rücksicht auf Verluste. Und heute mache ich es ganz genauso. :)

Das war mal ein kurzer Einblick was hier gerade läuft. Draußen scheint die Sonne, es scheint mir ein sehr schöner Tag zu sein. Vielleicht ist es dann mal Zeit mich mit Konrads Gitarre auf den Balkon zu setzen... Ich habe ja selbst leider noch keine, aber ich bin schon am Suchen, und lange kann es nicht mehr dauern. :)

Sonnige Herbstgrüße aus Buenos Aires! 

Dienstag, 3. April 2012

Herbststimmung

Hallo ihr Lieben.

"Der Herbst, der Herbst, der Herbst ist da..."
Der Herbst kommt in Buenos Aires!
Es geht viel Wind, die Blätter färben sich und fallen, überall raschelt es, die Nächte werden länger, es riecht nacht Herbst und ab und zu merkt man schon, dass es jetzt wieder kontinuierlich kälter wird. Vor ungefähr 10 Tagen war es schonmal drei Tage richtig richtig kalt, und ich dachte es bleibt jetzt so... in der Früh hatte ich zwei Jacken und einen Schal an und abends kam ich ganz durchgefroren nach Hause. Aber zum Glück war das nur so ein kurzes Intermezzo und dann kam nochmal das was man wohl den "Goldenen Herbst" nennt. Ich war nochmal mit kurzer Hose in Buenos Aires unterwegs (die muss ich jetzt aber trotzdem bald schweren Herzens hinten in den Schrank räumen...) und hab die Sonne genossen. Nach wie vor ist das Klima auch ziemlich angenehm, so könnte es eigentlich bleiben... manchmal wirkt es mir ein bisschen wie Abschiedsstimmung, manchmal aber auch mehr wie Frühling oder Spätsommer... irgendwie kann ich das nicht so richtig definieren. Aber mir gefällt's :)

Sonst läuft grade alles recht gut. In der Arbeit sortiert sich alles, meine 'eigene' Aktivität nimmt Gestalt an und die Kinder sind grade irgendwie toll.
Das war's mal kurz von mir, später in dieser Woche hab ich ein bisschen frei wegen Ostern (aber nicht alles, schließlich arbeite ich in einer Kirche...) dann kommt vielleicht ein bisschen mehr! :)

Besos.

Dienstag, 20. März 2012

Mut.

Hallo alle zusammen!

Ja, in der Tat finde ich es ziemlich mutig von mir, mich nach einer so langen Zeit wieder hier reinzutrauen... ich habe ein sehr schlechtes Gewissen, dass ich hier eine Möglichkeit, dass ihr alle was von mir mitbekommen könnt, so lange vernachlässigt habe. Deshalb werde ich jetzt wieder anfangen, aus meinem Alltag zu erzählen, und nach und nach aufholen, was ich in mehr als zwei Monaten nicht erzählt habe.
Hier kommt mal die Kurzfassung: Im Januar hatte ich Ferien, weil mein Projekt da wegen der Sommerferien geschlossen ist. Durch die umgedrehten Jahreszeiten ist hier ja auch die Struktur vom Jahr ganz anders - was unser September ist, wenn die Schule wieder losgeht und alles anfängt, ist hier der März. Im Januar war ich viel unterwegs und wenig im Internet, und im Februar war ich damit beschäftigt, mein Leben und meinen Alltag wieder zu sortieren, denn ich habe jetzt neue Arbeitszeiten, das Projekt wurde umstrukturiert, wir hatten viele Besprechungen und Planungen und ich wusste eigentlich an einem Tag nie, wann ich am nächsten Tag wo sein muss. Eigentlich sind das alles ganz schön gute Ausreden für meine lange Abwesenheit ;) Aber ich will mich nicht rausreden, ich habe meinen Blog vernachlässigt, und deshalb geht es jetzt wieder weiter!
Auf tolle restliche viereinhalb Monate Argentinien!

Eure Rebekka

Dienstag, 3. Januar 2012

was spannendes im Advent passiert ist

1. Advent: Ausflug ins Tigre-Delta
Advent im Bikini - Carina und ich
Blick von der lancha (eine Art Boot) auf dem Weg zu unserem Ziel


... das hier war es!
Ein schöner Tag. Mit viel Entspannung, Asado, Sonne und Wasser. :)


28.11.
Plätzchenbacken :)


Es war SO heiß. Ganz verkehrt fühlt es sich an, bei so einem Wetter Plätzchen zu backen... aber schön war's trotzdem, und das Ergebnis konnte sich sehen lassen!

04.12.


Wir haben Schränke!!! :)
  
Endlich!




 

Da müssen viele Bilder hierher! Das muss gewürdigt werden! :)


Das waren die prägenden Erlebnisse des Advents. Ein schönes Adventspaket habe ich von meiner Mama bekommen, an Nikolaus gab's bei uns in der WG große Bescherung, dank meiner Mitbewohnerin war es ein ganz besonderer Tag (sie ist fanatisch wenn es den Nikolaus betrifft, aber pscht, sagt ihr nicht dass ich das erzählt habe!). Vor einem Problem stand ich, als mir klar wurde dass meine beiden Mitnikolausis eine andere Tradition haben und in der Früh Geschenke erwarten. Mit einem Gedicht und einem Stiefel am Abend habe ich mich aber gut retten können. Ich komm schließlich aus dem Süden, und ist ja klar dass der Nikolaus in Hamburg am Morgen kommt, sonst schafft er es ja bis abends nicht durch ganz Deutschland... ;)

Sonst habe ich sehr viel gearbeitet, war mehr im barrio als daheim. Wir hatten spezielle Weihnachtsaktivitäten am Morgen, mit den einzelnen Teams Auswertungen und Besprechungen, und irgendwie eine Riesenmenge an Dingen noch vor Ende des Jahres zu erledigen. Hier ist ja nicht nur das Kalenderjahr zu Ende, sondern auch das Schuljahr. Jetzt sind Sommerferien, und im Februar geht alles wieder los. Das wäre dann bei uns die Zeit im September, wenn man es vergleichen wollte.
Durch die verschobenen Jahreszeiten ist der ganze Jahresrhythmus ein anderer.

Ja. Mit Adventskalender, viel Arbeit, Hitze und immer wieder gemischten Adventsgefühlen verging der Dezember wie im Flug. Zumindest die Zeit vor Weihnachten, bis es endlich hieß: Vacaciones. Ferien.

2012!

Feliz Navidad! Frohe Weihnachten!
Prospero Año Nuevo! Ein frohes Neues Jahr!

Jetzt ist es da. Das Jahr 2012. Das Jahr in dem ich 19 werde. Das Jahr in dem ich eine eigene Aktivität in San Pablo anbieten werde. Das Jahr in dem meine kleine Schwester 16 (!) wird. Das Jahr in dem ich Gitarre lernen will. Das Jahr in dem sich mein Spanisch (hoffentlich) noch viel mehr verbessern wird.
Das Jahr in dem ich euch alle in Deutschland wiedersehen werde.

Ich hatte wunderbare, verkehrte Weihnachten. Auch Neujahr war ganz anders als ich es gewohnt bin. Aufregend und unglaublich. Aber immer schön der Reihe nach.

ein Eingeständnis

Manchmal bin ich ja ein Mensch der gerne alles perfekt machen möchte. Alles schaffen, alles durchziehen, alles möglichst effizient, in der kürzesten Zeit zu dem besten Ergebnis bringen.
Tja. Diese Neigung stößt hier immer wieder mit der Lebensweise der Menschen und einfach dem ganzen Leben zusammen. Ich habe lange lange gebraucht, aber dann habe ich es einsehen müssen: Ich werde hier nicht alles immer sorgfältig berichten können. Ich muss meinen Perfektionismus zurückschrauben. Gar nichts zu schreiben ist aber auch total bescheuert. Deshalb geht es jetzt wieder los, und es ist der Beginn einer neuen Ära! :D
Rebekka ist gewachsen, hat sich entwickelt und wird nun mehr mit ihren Mitteln als gegen ihre Zeit arbeiten.
Wie klingt das? :)